Atemstillstand

Es geht mir gut, keine Sorge. Ja ich weiss, ich sehe aus wie ein abgestochenes Schwein. Das liegt aber nur daran, dass du den Anblick nicht kennst. Liegt doch alles nur daran. Wenn man lange genung auf der Farm lebt, riecht man schnell die Kuhscheisse nicht mehr. So habe auch ich mich an den Mist in meinem Leben gewöhnt. Zumindest rede ich mir das so ein.

Die gestrige Nacht in meinem eigenen Bett. Meine Rettung, mein heile Welt. Ohne Haare vor der Nase welche mir den Schlaf rauben, ohne Schweiss zwischen mir und ihr weil sie Nähe braucht und endlich auch einmal ohne dieses scheiss Gefühl nicht ihr erster zu sein. Schon klar, verschont mich… ich lebe nicht hinter dem Mond. Ist mir leider schon bewusst, dass man das nicht mehr erwarten darf! Acht Monate liebe ich diese Frau jeden Tag ein bisschen mehr und dafür hasse ich sie! Vielleicht zeigt sie mir das Leben und was ich da sehe macht mich so wütend, gefällt mir nicht. Vielleicht merke ich einfach, wie schwach ich doch die ganze Zeit war! In meiner eigenen kleinen Welt. Keine Drogen, keine Lebensgeschichten, keine Sexexzesse. Fressen, Porno, wichsen und die Welt ist o.k.! Doch was da draussen so vor sich geht hielt ich mir auf Distanz. Wenn ich dir mein Freund nun sage, dass ich jetzt erst weiss wiso. Nun wünschte ich mir, ich wäre niemals aus meinem Rattenloch herausgekrochen. Was hätte ich verpasst? Sex mit einem geliebten Menschen, die Möglichkeit mich in Geschlechterkampfdiskussionen einzuhängen? Für wen, für was? Was ist das, wenn nur ich zu lieben glaube? Welche Bedeutung kommt der Liebe zu, wenn nur ich weiss was Liebe ist? Wenn Respekt für das gegenüber ein Fremdwort zu sein scheint. Man versucht sich einzureden, dass nur eine faule Frucht nicht das ganze Obst verdirbt. Und dann wühlt man. Man fasst mit der Hand tief in den Früchtekorb hinein und merkt schnell, dass selbst die unterste Frucht verdorebn ist. Dann gibt es Typen die kein Problem damit haben und dann gibt es da mich. Und man merkt, man ist wohl alleine. So oder ähnlich fühlt es sich wohl an, wenn die Stadt von Zombies übernommen wird und man vergebens nach weiteren Überlebenden sucht! Genau…, mein Kampf! Verdammt da draussen sind alles stinkende, verdorbene Zombies die alles dafür geben aus mir ebenfalls einen von ihnen zu machen. Und da bin ich… In eine alte Fabrik geflüchtet und drücke von innen gegen die Tür um ihr Hereinkommen zu verhindern. Ich versuche vergebens einen weiteren Atemzug zu nehmen. Es fällt mir sichtlich schwer wie ich merke. Ich setze das Atmen aus, der gute alte Alkohol hilf mir dabei und ich merke: “Ich liebe den Atemstillstand, er hällt mich am Leben”!

So lasse ich dich mein Freund mit der Hoffnung gehen, da draussen noch Menschen zu finden, die mich hören, die mir helfen, die mich retten!

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